Konflikte

Toxische Emotionen

Survival-Tipp #9 vom 25.05.2021

Wenn ein Projekt in ernsthafte Schwierigkeiten gerät, kann man das Ruder nur herumreißen, wenn das Team den bevorstehenden Kraftakt mit einer gewissen „Can Do“-Mentalität angeht. Doch oft ist die Stimmung so vergiftet, dass man den Turnaround nur schafft, wenn man auch einen Stimmungswandel hinbekommt.

 

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Der Misserfolg eines Projekts geht oft einher mit einer schlechten Stimmung. Der Misserfolg und der Stress, der sich daraus ergibt, löst bei den Beteiligten eine Reihe von negativen Gefühlen aus. Angst, Untersicherheit, Besorgnis, Enttäuschung, Resignation, aber auch Wut, Ärger und Aggressionen. Diese negativen Emotionen wirken wie ein schleichendes Gift. Manchmal verwendet man auch den Begriff „toxische“ Emotionen. Und ein Arzt würde sagen, das Gift muss erst einmal raus aus dem Körper, bevor der Patient wieder gesund werden kann. Da hilft es nicht, dass man sagt: „So, heute ist der Tag des Turnarounds, wir machen einen Workshop und danach ist alles wieder gut.“ So einfach funktioniert das nicht.

Gegen diese toxischen Emotionen muss man gezielt vorgehen. Man muss eine Atmosphäre schaffen, in der Ängste angesprochen werden können. Die betroffenen Projektmitarbeiter brauchen eine Möglichkeit, ihrem Ärger Luft zu verschaffen. Und man braucht die Zuversicht, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Das hat mit klassischer Projektarbeit erst einmal herzlich wenig zu tun – das ist pure Emotionsarbeit.

Einige Survival-Tipps:

  • Biete Deinem Team einen Rahmen, der es erlaubt, alle Probleme anzusprechen oder den negativen Emotionen freien Lauf zu lassen und sich „auszukotzen“.
  • Resignation, Angst und Ohnmachtsgefühle führen häufig dazu, dass das Team nicht mehr entscheidet oder nur noch zögerlich handelt. Sorge also dafür, dass die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit im Projekt wieder hergestellt wird.
  • Bemühe Dich, dass sich die Mitarbeiter wieder trauen, Verantwortung zu übernehmen, selbst zu entscheiden und eigenverantwortlich zu handeln.
  • Setze auf ein starkes Wir-Gefühl im Team. Sorge dafür, dass es wieder ein gemeinsames Ziel gibt, dem sich alle verbunden und verpflichtet fühlen.
  • Ersetze toxische Emotionen durch positive Emotionen – Du brauchst Optimismus, Mut und den unbedingten Willen, es doch noch zu schaffen.

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