Change

Scheitern an schädlichen Mustern

Podcast #85 vom 30.04.2021

Projekte managen – dies ist heute eine Alltagsaufgabe in den meisten Unternehmen. In der Realität scheitern jedoch viele Projekte und Initiativen, da die Projektarbeit oftmals mit dem Tagesgeschäft kollidiert und die Projektorganisation nur halbherzig aufgesetzt ist. Meist sorgen eine fehlende Projektkultur oder andere Bremsen dafür, dass viele Projekte scheitern. Ich habe mit Holger Schlichting im „Interview der Woche“ darüber gesprochen, weshalb Projekte trotz eines definierten Projektmanagements nicht funktionieren. Im Gespräch ging es um die Frage, wie man schädliche Muster in Organisationen erkennt, die den Erfolg von Projekten verhindern.

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Wichtige Kernaussagen

  • Wie kann es sein, dass ein weltweit erfolgreiches Unternehmen ein Problem standhaft ignoriert? Wie kann es sein, dass Millionen in Projekten investiert werden, die dann versanden? Die Antwort darauf ist, dass es immer nur eine begrenzte Möglichkeit der Aufmerksamkeitsfokussierung gibt. Wenn ich will, dass die Projekte endlich erfolgreich werden, dann muss ich die Aufmerksamkeit in eine andere Richtung lenken.
  • Nicht selten kommt der Druck für Veränderung aus der Organisation selbst, doch zu eingefahren sind oft die Konflikte, zu erschöpft die eigene Wahrnehmung. Die systemische Organisationsentwicklung kann dabei helfen, eine andere Sicht auf die Situation der Projekte zu finden. Diese neue Perspektive oder geänderte Aufmerksamkeit eröffnet den Akteur*innen einen Blick auf ihr oft unbewusstes Verhalten.
  • In vielen Situationen aktiviert dieser Perspektivwechsel die Selbstheilungskräfte des Systems. Gerade in der Diagnosephase ist es wichtig, die Organisation in ihrer Gesamtheit zu betrachten, also als Zusammenspiel der Beteiligten nicht nur im Projekt selbst, sondern auch im Umfeld, das auf diese Projekte einwirkt. Nur wer deren Wechselwirkung betrachtet und Zusammenhänge erkennt, ist in der Lage, Projekte erfolgreicher zu gestalten.
  • Projekte laufen oft quer zu den Linienorganisationen und quer zu den eingespielten Prozessen. Sie sind deshalb eine gute Chance, Probleme zu erkennen, andere Wirklichkeiten zu Tage zu fördern. Sie fördern einen Erkennungs- und Wahrnehmungsprozess für Dinge, die sich in der Umwelt der Organisation abspielen.
  • Die systemische Organisationsentwicklung lässt die jeweiligen Perspektiven der Projekt- und Linienorganisation schildern, ohne sie zu bewerten. Unter welchen Bedingungen gelingt es, die beteiligten Akteure durch Sensemaking bzw. aktive Sinnzuschreibung einzubeziehen?

Zur Person

Holger Schlichting ist Senior Berater und Geschäftsführer bei PRAXISFELD, einem Beratungsunternehmen, das sich auf systemische Organisationsberatung spezialisiert hat. Holger Schlichting versteht sich als eine Art Optiker, der verschiedene Brillen anbietet, um schärfer und mehr zu sehen, ohne in die Autonomie seiner Kunden einzugreifen. Ob rosa-rot, nüchtern-schick, Prismenbrille oder etwas für Weitsichtige, am Ende steht die Klarheit über Handlungsoptionen und eine Entscheidung.

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