Motivation

Motivation für jeden Geschmack

Podcast #66 vom 08.01.2021

Wenn es um die Motivation ihrer Mitarbeiter geht, folgen Projektleiter immer noch zu häufig Schema F: Sie glauben, dass ihren Mitarbeitern nur mit Prämien oder standardisierten Zielvereinbarungen beizukommen ist. In der Praxis funktioniert das natürlich nicht, weil Projektleiter gar nicht über die notwendige Weisungsbefugnis verfügen. Was aber, wenn sie bei den persönlichen Lebensmotiven der Mitarbeiter ansetzen?

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Wichtige Kernaussagen

  • Der Wurm muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken. Aber wie schmeckt ein Wurm? Die wenigsten Angler werden es wissen. Wozu auch selbst probieren? Schließlich ist ihnen klar: Schmeckt der Wurm den Fischen, werden sie anbeißen. Für einen optimalen Fang stimmen Profis den Köder deshalb genau auf die Vorlieben der Fischart ab, die ihn fressen soll. So simpel kann Motivation sein.
  • Um motivorientiert zu führen, ist es von entscheidender Bedeutung, die Motive des Mitarbeiters zu kennen. Motivorientierte Führung baut deshalb auf der Motivations- und Persönlichkeitspsychologie nach Professor Steven Reiss auf. Sein Ansatz liefert ein Analyseinstrument, das die persönliche  Antriebs- und Motivationsstruktur eines Menschen abbildet.
  • Ohne Unterstützung durch das Reiss Motivation Profile sind die Motive eines Menschen nicht leicht erkennbar. Sie lassen sich jedoch ansatzweise erschließen. So können Führungskräfte beispielsweise im Gespräch die Motivstruktur ihrer Mitarbeiter erkunden. Dafür empfehlen sich vor allem offene Fragen – Wie haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht? Oder: Wie wichtig ist es Ihnen, im Team zu arbeiten?
  • Motivorientierte Führung arbeitet dafür auf zwei Ebenen. Auf der Kommunikationsebene geht es in erster Linie um die Frage: Auf welche Weise und über welche Themen kann ich als Führungskraft mit meinem Mitarbeiter sprechen, um ihn ganzheitlich wertzuschätzen und langfristig  zu motivieren?
  • Auf der Handlungsebene geht es darum, welche Maßnahmen eine Führungskraft ergreifen kann, um dem Mitarbeiter einerseits motivierende Aufgaben zu übertragen und andererseits das Umfeld, in dem sich der Mitarbeiter bewegt, seiner Motivation anzupassen.
  • Jeder Mensch trägt eine individuelle und einzigartige Brille, die als Wahrnehmungsfilter ein Schema vorgibt, das ihn die Dinge so sehen und annehmen lässt, wie es ihm entspricht. Unbewusst geht jeder davon aus, dass seine eigene Sicht auf die Welt die richtige ist. Diese natürliche Tendenz, andere Personen gemäß den eigenen Wünschen und Interessen wahrzunehmen und ihre eigentlichen Bedürfnisse entsprechend umzuinterpretieren, wird nach Steven Reiss als „Selfhugging“ bezeichnet.

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