Teams

Das Apollo-Syndrom

Podcast #106 vom 19.04.2022

Bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi schied das russische Eishockey „Dream Team“ schon im Viertelfinale gegen Finnland aus. Und das keineswegs überraschend, denn auch die vorangegangenen Spiele waren enttäuschend verlaufen. Wie konnte das passieren, das Team bestand doch praktisch nur aus Superstars? In der heutigen Sendung geht es deshalb um die Frage, ob das nur ein Zufall war, oder ob es dafür eine systematische Erklärung gibt.

(Übrigens: Auf SpotifyiTunes und Soundcloud findest Du alle bereits erschienen Podcast-Folgen und kannst meinen Kanal abonnieren, um keine neue Folge zu verpassen!)

Wichtige Kernaussagen

  • Viele Einzelkönner und Experten machen noch lange kein gutes Team aus. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele aus der Welt des Sports, wenn vermeintliche Top-Teams gegen Underdogs verlieren.
  • Beim Apollo-Syndrom geht es um den Glauben, dass ein Team aus Experten und Spezialisten bessere Resultate bringt als ein Team mit durchschnittlichen Begabungen. Meredith Belbin war der erste, der bei seinen Versuchen entdeckte, dass das mitnichten der Fall war.
  • Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet die Expertenteams die schlechtesten Ergebnisse abliefern? Schließlich mischen doch die fachlich besten und brilliantesten Köpfe mit. Die Energie der einzelnen Team-Mitglieder wird allerdings bei der Problemlösung in Argumente gesteckt, um sich durchzusetzen, und nicht in die Suche nach Lösungen.

Übrigens: Auf Spotify, iTunes und Soundcloud findest Du alle bereits erschienen Podcast-Folgen und kannst meinen Kanal abonnieren, um keine neue Folge zu verpassen!

  • Wie sollte eigentlich ein optimales Team zusammengestellt sein? Nach Fachwissen? Nach Projekterfahrung? Nach Teamfähigkeit? Bei vergleichbaren Projektaufträgen, das hat schon Meredith Belbin festgestellt, erzielt ein optimal zusammengesetztes Team die messbar besten Projektergebnisse.
  • Meredith Belbin identifizierte insgesamt acht verschiedene Teamrollen, die sogenannten „Belbin Team Roles“. Sein Fazit: Ein Team ist dann ideal besetzt, wenn es aus acht Mitgliedern besteht, von denen jedes eine andere Teamrolle einnimmt. In dieser Kombination können die Teammitglieder aufgrund ihrer verschiedenen Fähigkeiten einander optimal unterstützen.
  • Natürlich kommt es auch auf die fachliche Kompetenz an. Belbins Modell darf nicht dazu verleiten, allein auf die Charaktere zu achten. Mangelndes Fachwissen im Team lässt sich nicht durch die richtige Zusammensetzung der Teamrollen kompensieren.