Change

Die Bremse lösen in Projekten

Podcast #87 vom 14.05.2021

Fast alle Unternehmen klagen: »Wir sind nicht schnell genug!« Und das, obwohl alle hart arbeiten und ihr Bestes geben. Es liegt nicht an einem faulen Projektteam oder den widrigen Umständen. Mit viel Elan gestartet, verliert die Digitalisierung oft schon nach kurzer Zeit ihren Schwung. Und das gilt generell für fast alle Veränderungsprojekte. Ich habe mit Ömer Atiker im „Interview der Woche“ darüber gesprochen, wie man die typischen Bremsen im Alltag erkennt und löst, um mehr Tempo ins Unternehmen zu bekommen.

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Wichtige Kernaussagen

  • Wer etwas tut, kann Fehler machen. Wer etwas ganz Neues tun muss, wird ganz sicher Fehler machen. Doch wer Angst vor Fehlern hat, der macht lieber gar nichts. Auch wenn der Begriff ›Fehlerkultur‹ schon etwas überstrapaziert ist: Der Umgang mit Fehlern bestimmt, wie innovativ Dein Unternehmen ist.
  • Die direkte Folge der Angst vor Fehlern ist unsere urdeutsche (Un-)Tugend: Der Perfektionismus. Der ist Segen und Fluch unseres Arbeitens. Denn die Perfektion unserer Produkte, die Verbindlichkeit unserer Zusagen ist Grundlage unseres guten Rufes. Am Ende ist es eine Kunst zu wissen, wann wie viel Präzision notwendig ist und wann ›gut‹ auch gut genug ist.
  • Eigentlich‹ will man mit Bürokratie ja Fehler und Ungerechtigkeiten vermeiden. Doch leider wird sie früher oder später zum Selbstzweck. Dann wird, um einen Fehler zu vermeiden, ein einfacher Prozess für Hunderte von Kollegen verkompliziert. Wenn Du Einheiten etablierst, die schnell und beweglich sein sollen, musst Du für diese einen geschützten Raum schaffen, in dem andere Regeln gelten als im Rest des Unternehmens.
  • Ein Verwandter der Bürokratie ist der Plan. Ein Plan ist erst einmal nichts Schlechtes. Man versucht vorauszudenken, damit nicht alles im Chaos endet und unnötig Zeit und Ressourcen verschwendet werden. So weit, so ehrenhaft. Bei Projekten, die man kennt, bei denen man die Parameter einschätzen kann und die sich unterwegs auch nicht ändern – da ist ein Plan eine gute Sache. Leider ist das in der Praxis nur selten der Fall. Die Entwicklung eines neuen Produktes, die Eroberung neuer Märkte und andere unsichere Vorhaben lassen sich schlicht nicht planen.
  • Es ist eine der größten Bremsen, auch in relativ offenen und unbürokratischen Strukturen – oder vielleicht sogar gerade da. Es ist unklar, wie genau Entscheidungen getroffen werden, also wird zwar viel diskutiert, offen, demokratisch und auf Augenhöhe, aber wenig entschieden. Und ohne Entscheidung kommst Du gar nicht bis in die Umsetzung!
  • Woher kommt eigentlich dieser Glaube, fast Zwang, alles immer in Gruppen machen zu müssen? Und dass die beste Form der Zusammenarbeit für eine Gruppe das regelmäßige Meeting ist? Die optimale Teamgröße für die Umsetzung ist … natürlich eine Person. Wenn es einer kann, dann soll es auch einer machen.

Zur Person

Ömer Atiker ist ein Sachbuchautor, Unternehmensberater und Coach im Bereich der Digitalen Transformation. Seit 2015 ist Ömer Atiker als Berater auf dem Gebiet der digitalen Transformation aktiv. Sein erstes Buch zu diesem Thema – „In einem Jahr digital“ – erschien 2017. In den nächsten Jahren folgten weitere Publikationen zu diesem Bereich. Als Berater begleitet er Unternehmen in strategischen, technischen und organisatorischen Veränderungsprozessen. Außerdem ist er als Vortragsredner tätig.

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